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    Die 7 Säulen der Persönlichkeitsentwicklung

    Teammitglied: Johannes MödlIn jedem Gebiet gibt es einige Schlüsselkonzepte und Ideen, die ein grundlegendes Verständnis in diesem Bereich ermöglichen. Biologie macht wenig Sinn, ohne Evolutionstheorie. Die gesamte Mathematik besteht aus Formeln und Gleichungen. Und in der Philosophie läuft nichts ohne Sokrates.

    Persönlichkeitsentwicklung wird in der Regel nicht als intellektuelles Gebiet wahrgenommen. Es gibt eine bunte Auswahl an Gurus und Expertenmeinungen darüber, wie Du glücklicher, erfolgreicher oder weiser werden kannst. Man könnte vielleicht in die Versuchung kommen zu denken, persönliche Entwicklung hätte keine Grundprinzipien. 

    Mit diesem Vorurteil möchte ich aufräumen, denn ich bin der Überzeugung, dass es verschiedene Bausteine gibt, die ein stabiles Fundament und funktionierendes Ganzes ermöglichen. Diese Ideen tauchen immer wieder auf und sind allgegenwärtig, wenn man sich auf die Suche nach Möglichkeiten für persönliche Entwicklung begibt. 

    1. Gewohnheiten

    “Erst erschaffen wir unsere Gewohnheiten und dann erschaffen sie uns.” (John Dryden)

    Viele Formen persönlicher Veränderung verlangen eine Modifizierung der eigenen Verhaltensweisen. Gewohnheiten bilden eine zentrales Konzept, wenn es darum geht, Dein Verhalten zu ändern. Wenn Du in der Lage bist, Verhaltensweisen durch Routinen zu automatisieren, hast Du einen wichtigen Schlüssel zu persönlicher Entwicklung in der Hand. Wenn Du fit und gesund leben möchtest, brauchst Du regelmäßiges Training und gesunde Ernährung. Möchtest Du finanziellen Wohlstand aufbauen, brauchst Du eine Gewohnheit von Sparen und Investieren. Möchtest Du gute Beziehungen in Deinem Leben, brauchst Du eine Gewohnheit von förderlichen Kommunikationsweisen.

    Gewohnheiten sind nicht nur zentraler Bestandteil persönlicher Entwicklung, sondern sie sind in der psychologischen Forschung umfassend in den Blick genommen worden. Es gibt unzählige Studien, die aufzeigen, wie Gedanken Verhalten beeinflussen oder  Belohnung und Bestrafung und kontextuelle Gegebenheiten Dein Verhalten determinieren. Bei Gewohnheiten zählen zwei Grundprinzipien:

    1. Kleine Schritte – großer Erfolg (Mikrohabits)
    2. Beständigkeit gewinnt – consistency is king

     

    2. Ziele

    “Wer den Hafen nicht kennt, für den ist kein Wind der richtige.” (Seneca)

    Wie möchtest Du ankommen, wenn Du gar nicht weißt wo? Bei Zielen geht es nicht nur darum, sie zu formulieren, sondern auch darum, sich Gedanken darüber zu machen, wie Du dort hinkommen kannst. In der Psychologie hat man viel zu Zielen geforscht und ist sich weitgehend einig: Ziele sind hilfreich. Ziele können wie der Nordstern sein, sie geben Orientierung, zeigen uns, wo wir stehen und in welche Richtung wir uns bewegen müssen. Sie helfen uns bei Entscheidungen, beim Planen und beim Nein sagen. Wenn wir klare Ziele vor Augen haben, können wir effizienter durch den Dschungel an Ablenkungen und Verführungen navigieren. Nach der Zielsetzung heißt es dann: Gewohnheiten und Systeme etablieren, die auf das Ziel ausgerichtet sind.

     

    3. Systeme

    “Lasst denjenigen der die Welt bewegen will, zunächst sich selbst bewegen.” (Sokrates)

    Systeme sind Tools, die Dein Verhalten und Deine Entscheidungen durch grundlegende Prinzipien strukturieren. Beim Thema Produktivität helfen z.B. Systeme, die Deine ToDos strukturieren, priorisieren und Dir dabei helfen, Deine Zeit einzuteilen. Weitere Systeme gibt es z.B. bei den Themen Gesundheit, Entscheidungsfindung, Wissensmanagement oder Lernen. Wenn wir uns entscheiden mit Systemen in unserem Leben zu arbeiten switchen wir von Intuition zu Strategie. Wir befassen uns mit dem Rahmen und der Struktur unseres Alltags. Intuition ist wichtig und kann sehr hilfreich sein. Häufig verwechseln wir aber auch Intuition mit Bequemlichkeit und rationalisieren unser kontraproduktives Verhalten im Nachhinein. Systeme ermutigen Dich, Dir grundlegende Richtlinien für bestimmte Bereiche in Deinem Leben zu überlegen. 

    Systeme können aber auch Schattenseiten entwickeln. Spontanität, Intuition, kreative oder emotionale Möglichkeiten und Impulse, die für Deine Entwicklung extrem wertvoll sein können, könnten in einem zu starren System unterdrückt werden oder zu wenig Raum bekommen. Deswegen sollten Systeme immer auch flexibel genug sein, damit kreative Spontanität aufblühen kann.

     

    4. Emotionales Selbstmanagement

    When we feel good about ourselves, we have more to give to others. (Mitchel Adler)

     Emotionen sind die Triebkraft unseres Handelns. Haben wir Angst, verschließen wir uns, fühlen wir Freude und Neugier, wird der Entdecker in uns wach und wir machen uns auf zu neuen Ufern. Ärger kann unsere Kräfte mobilisieren und ein wichtiger Antrieb für Veränderung und das Einstehen für Dich selbst sein. 

    Der erste wichtige Schritt und ja, er klingt banal heißt: Hinhören. Ich erlebe es immer wieder, dass Menschen die zu mir kommen, keinen Kontakt zu ihrem Innenleben haben. Sie haben keine Gewohnheit, bei sich selbst hinzuhören, nachzuspüren und dem Ding in der Brust im Magen oder in den Händen einen Namen zu geben. Denn nach dem Hinhören kommt Schritt zwei: Benennen. Viele Menschen tun sich schwer, klar zu benennen, was sie in einem bestimmten Moment fühlen. Übung macht den Meister und kannst Du benennen, was Du gerade fühlst, hast Du schon einen wichtigen Schritt hin zu mehr emotionaler Freiheit und Selbstbestimmung getan.  

    Emotionales Selbstmanagement ist einer der Schlüsselfaktoren für persönliche Entwicklung. Der prozentuale Anteil an Büchern, die sich damit beschäftigen, wie man Ängste und Blockaden überwinden kann, ist in der Persönlichkeitsentwicklungs und Selbstoptimierungsszene sehr hoch. Willenskraft und Motivation sind zwei Bereiche der menschlichen Psyche, die damit eng zusammenhängen. Zu viel Angst lähmt und Willenskraft bringt uns durch klebrige Zeiten. In der kognitiven Verhaltenstherapie spricht man gerne von der Verhaltens Trias: Gedanken, Gefühle, Verhalten. Was Du denkst, beeinflusst, was Du fühlst, beeinflusst was Du tust und das beeinflusst wiederum wie Du Dich fühlst und was Du denkst. Es ist ein verbundenes System, in dem sich die verschiedenen Bereich wechselseitig beeinflussen. Emotionen sind mächtige Gestalter Deiner Entscheidungen. Über unser somatisches Erfahrungsgedächtnis sind Emotionen zuverlässige Berater, wenn es darum geht, Entscheidungen zu treffen und Kriterien für unsere Selbstfürsorge zu bekommen. Sie sind Advokaten Deines Schicksals.

     

    5. Lernen

    “Lernen, ohne zu denken, ist eitel. Denken, ohne zu lernen, gefährlich. (Konfuzius)

    Wenn wir an Lernen denken, denken wir meistens an Schule, Ausbildung oder Uni. Diese Art des Lernens meint eigentlich Pauken oder Studieren. Dieses Lernen wird i.d.R. weniger Bedeutung für Dich haben, wenn Du aus der Schule raus bist oder die Uni abgeschlossen hast. Lernen im weiteren Sinne ist ein komplexer psychologischer Prozess, der alle unsere Lebensbereiche betrifft. Jedes mal wenn wir uns nach einer Erfahrung verändern, besser in etwas werden oder uns erinnern, lernen wir. Wenn wir das zweite Verständnis zugrunde legen, sehen wir, wie zentral Lernen für persönliche Veränderung ist. Genauso wie zum Thema Gewohnheiten, wurde auch zum Thema Lernen jede Menge geforscht und es gibt unzählige Erkenntnisse, die wir uns zunutze machen können. 

     

    6. Werte und Sinn

    “Wer ein warum hat, kann fast jedes wie ertragen.” (Friedrich Nietzsche)

    Die meisten Grundkonzepte, die ich hier erwähne, haben allein durch ihre Funktionalität einen Sinn und Zweck. Sinn selbst ist aber ein Grundprinzip, dass wir ins Auge fassen müssen, wenn wir uns mit persönlicher Veränderung beschäftigen. Spätestens hier werden wir schnell erkennen, dass Sinn kein rein psychologisches Thema ist, sondern eng mit Philosophie, Spiritualität und Religion zusammenhängt. Was Du in Deinem Leben Wert zuschreibst, was Dir wertvoll ist und wie Du Sinn aus der Erfahrung Deines Lebens erzeugst, sind tiefgreifende Fragen, mit denen sich Menschen beschäftigen, seitdem sie existieren. 

     

    7. Gedanken und Beliefs

    “Auf die Dauer der Zeit, nimmt die Seele die Farbe der Gedanken an.” (Marc Aurel)

    Gedanken sind Dinge, die Du Dir selbst in Deinem Kopf erzählst. Viele dieser Phänomene sind nicht rein verbal, sondern tauchen in Form von Bildern, Intuitionen und Geräuschen auf. Das persönliche individuelle Narrativ, die Geschichte die Du Dir selbst über die Welt da draußen und über Dich selbst erzählst, hat einen enormen Einfluss auf Deine Lebensqualität und kann ein nützliches Werkzeug beim Erreichen Deiner Ziele sein.

    Beliefs sind Gedanken, denen Du (meist) unbewusst Wahrheit und Allgemeingültigkeit zusprichst. Meistens enthalten sie einen gewissen Anteil an (Pseudo-)logik und haben ein bestimmtes Verhältnis von (wahrscheinlich) wahr zu (wahrscheinlich) falsch. Sie sind Filter unserer Wahrnehmung und beeinflussen massiv, auf welche Art und Weise unsere sensorische Wahrnehmung gefiltert wird und wie wir uns verhalten. Es gibt auch Stimmen die sagen, dass Beliefs nicht wirklich existieren, sondern nur unser Verhalten Rückschlüsse auf Beliefs zulässt. 

    Egal welches Konzept man nun zugrunde legt, eins ist klar: Gedanken und Beliefs spielen aus mehreren Gründen eine entscheidende Rolle, wenn es um persönliche Entwicklung geht.

    Zunächst können Beliefs zu selbsterfüllenden Prophezeiungen werden (Rosenthal Effekt; Pygmalion Effekt). Da Deine Gedanken und Beliefs Dein Verhalten beeinflussen und damit das Ergebnis, welches Du im Außen erzielst, kann es passieren, dass Du in Kreisläufen von limitierenden Beliefs hängen bleibst, die sich im Außen manifestieren, weil Du an sie glaubst und deswegen in Einklang mit ihnen handelst.

    Gedanken können Gefühle hervorrufen und allein deswegen sollten wir beginnen dem inneren Wildgarten an Gedankenangeboten bewusster zu kultivieren. Der richtig gute Grübler, wird es schaffen die eigenen Leistungen und Erfolge nicht anzuerkennen. So kann es passieren, dass gute Ergebnisse im Außen sich nicht im Inneren spiegeln.

    Wie wichtig und einflussreich Gedanken und Beliefs bewertet werden, variiert je nachdem, wen Du fragst. Für manche sind Beliefs mystische Superkräfte, die sich in Gemeinschaft mit hochfrequenten Emotionen in der Welt manifestieren. Glaube versetzt Berge, heißt es schon im abendländischen Grundlagenwerk Bibel. Andere stehen dieser Sicht skeptisch gegenüber, sie bezweifeln die übernatürliche Wirkkraft von Beliefs, argumentieren aber, dass Beliefs stark die Richtung unserer Aufmerksamkeit lenken und damit Self fulfilling prophecies kreieren. Auf der anderen Seite stehen die, die sagen, Beliefs ändern am äußeren Ergebnis gar nichts, sondern nur an unserer Interpretation der Welt und damit am persönlichen Wohlbefinden. Egal welche Perspektive man nun annehmen möchte, eins bleibt klar: Beliefs und Gedanken sind essentiell, wenn es um persönliche Veränderung geht.

    Mit diesem Artikel möchte ich Dir einen Überblick darüber geben, was in meinem Verständnis wichtig ist, wenn wir von Persönlichkeitsentwicklung sprechen.

    Wenn Du mehr dazu lernen möchtest, wie Du persönliche Entwicklung in Dein Leben integrieren kannst, ist eine NLP Ausbildung bei uns genau der richtige Start.

     

    Johannes Mödl
    Systemisch-Integrativer Coach 

     

    Kategorien: Allgemein, Beliefs, Coaching, NLP, Persönlichkeitsentwicklung

     

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