• INTAKA - Integrative Akademie für Bildung und Coaching
    18Okt2018

    Hubert Aiwanger und Markus Söder – Ein Systemogramm® zum ZDF-Beitrag

     

    Intro

    Beim Gang zur Pressekonferenz zeigt sich Markus Söder mit dem Blick nach unten. Dieser nach unten gerichtete Blick bedeutet – im Sinne der Augenzugangshinweise aus dem Neurolinguistischen Programmieren, NLP – zweierlei: Er weist zum einen auf die Betonung des Gefühlsbereiches hin, zum anderen – und dies ist hier zentraler im Fokus – ist es eher inneres Selbstgespräch das gerade abläuft, ein innerer Checkup gewissermaßen, vermutlich bezüglich der anstehenden Pressekonferenz. Jedenfalls ist bei Söder in diesem Moment die Bezogenheit auf sich selbst im Vordergrund, was ja erstmal nichts Negatives ist, diese verhindert bei einem Auftritt allerdings die klare Präsenz zum Publikum. Ein durchaus lockeres Lächeln mit einem sympathischen „Guten Morgen“ unterbricht den Selbstbezug von Söder, der jedoch dennoch im Vordergrund bleibt.

    Das „Heft in der Hand“ kann als Zeichen der Stärke gewertet werden, wirkt hier jedoch schützend – vor der Herzgegend gewissermaßen gefühlsverdeckend.

    Sein Team mit dem Blick in unterschiedliche Richtungen wirkt einerseits lebendig, andererseits wenig konform und weniger zentriert als Aiwangers Team.

     

    Hubert Aiwanger hingegen kommt direkter und authentischer ins Bild. Der Blick auf Augenhöhe wirkt, wie auch Gang und Haltung, selbstsicher. Das „Guten Morgen miteinand“ betont in bayrisch authentischer Manier die Direktheit im Kontakt und erneut die Augenhöhe zum Publikum – ohne Größe einzubüßen. Es hat nichts Schmeichelndes oder Einlullendes, sondern den Touch von Klarheit, den der Zuschauer mag. Kein Blick ohne Präsenz. Durch die Kieferbewegungen klar bereit zum „Zähne fletschen“, mit dem Signal: „wenn’s drauf ankommt, kann ich kämpfen“. Das Aiwanger-Team geschlossener, fokussierter und im vertraulichen Rapport mit ihrem Fraktionsvorsitzenden, zudem mehr Nähe zum Chef – im Vergleich mit dem Söder-Team, das unverbundener wirkt – und zudem klar in der Spur ihrer Führungskraft Aiwanger.

     

     

    Ohne schützendes „Heft in der Hand“ mit der Meta-Botschaft: „Ich weiß, was ich will und werde im direkten Kontakt klären, was zu klären ist“.

    Ein klares 1:0 für Aiwanger an dieser Stelle!

     

    Auftritt

    In den ersten Worten spricht Markus Söder die gute Atmosphäre des Gesprächs an und bewertet dies positiv. Er holt sich das Nicken seines potentiellen Koalitionspartners ab und bekommt dies. Söders Blick und Kopfhaltung wird immer wieder mit der Tendenz nach unten eingefangen und vermittelt eher „ein von oben herab“. Zu einer eher unbewusst ablaufenden Negativbewertung durch den Zuhörer, kann das immer wieder sich selbst bestätigende Nicken wirken, mit dem er sein Publikum zu „entwerten“ droht, da dies ja selbstständig denken, werten und zustimmen kann und nicht den Ministerpräsidenten als Vorlage braucht. Hier also auch wieder ein Signal zum „Einlullen“, das sich unbewusst schnell negativ auswirken kann.

     

    Hubert Aiwanger wieder klar im Blick zum Zuhörer und durch die Kamerafokussierung auf ihn – also ohne Söder – klar im Vorteil. Der Gesprächsfaden von Aiwanger ohne Umschweife und wieder sehr direkt in seiner Präsenz. Selbstbewusstsein mit bayrischem Zungenschlag, so wie wir es eben mögen – in Bayern. Ein „Der-gehört-zu-uns-Typ“ mit Kontaktoffenheit, die nicht umgarnend wirkt wie bei Söder, sondern klar und authentisch.

    Ein 2:0 für Hubert Aiwanger!

     

    Wortwahl, Systemische Einbindung und Systemogramm®

    Beide treten an dieser Stelle würdigend auf. Markus Söder betont lobend mit Wir-Botschaften das gute Miteinander, wohingegen Hubert Aiwanger mit Ich-Botschaften den Fokus auf die Grenzen setzt, die gewahrt bleiben. Damit trifft er durch diese Art von Meta-Botschaft den Zahn der Zeit, „die Konturen müssen klar geschützt bleiben“, heißt die Botschaft. Bezogen auf das hexagonale Systemogramm® bewegen sich beide innerhalb dieses Analyse-Instrumemtariums (des Systemischen Hexagons®) gleichermaßen zwischen den Interaktionssystemen und Sinnsystemen und Punkten gemeinsam. Der Self-Support Aiwangers präsentiert sich selbstbewusster.

    Grundsätzlich bleibt abzuwarten wer vorne liegt, wenn die Debatten konkreter werden. Dennoch geht auch hier der Präsentationserfolg von der Tendenz her zu Aiwanger, dennoch kann man mit wohlwollendem Blick, beiden einen Punkt gönnen.

    Also insgesamt 3:1 für Aiwanger!

     

    Thesen

    Aiwanger wird es schaffen sich nicht über den Tisch ziehen zu lassen, wie in manchen Medien schon warnend verkündet worden ist. Wenn der Blick auf Konturen und Grenzen so stark bleibt und sich zudem mit Positivformulierungen abwechselt, punktet er weiterhin. Kommt es zu einer Polarisierung mit Söder, würde ihn diese von der Tendenz eher eher stärken.

    Söder kann mit Aiwanger als Koalitionspartner, nicht mehr durch den Versuch einschmeichelnd-populistisch wirken zu wollen, punkten. Er wird zu klareren Standpunkten hinsichtlich sachpolitischer Themen gedrängt werden und sich in dieser Koalition kleinschrittig verändern und anpassen müssen. Kommt es zu einer Polarisierung mit Aiwanger, würde ihn diese von der Tendenz her eher schwächen.

     

    Anmerkung für den fachlich interessierten Leser

    Das Systemogramm® ist ein – auf der Basis des Systemischen Hexagons® entstandenes – Analyse-Instrumentarium, das Systemische Komponenten im Inneren einer Person ebenso mit einbezieht, wie Systemische Gesamtzusammenhänge im Außen und gerade diese Wechselbeziehung zwischen beiden Komponenten fokussiert. Die Persönliche System-Profil-Analyse bewertet dabei unterschiedliche Faktoren und Komponenten.

    Neben Gestik, Mimik und Haltung sind dabei Formulierungen interessant in Bezug auf die…

    • Sinngebung für den privaten Kontext
    • Sinngebung für den Work- und Organisations-Kontext
    • Sozialen Interaktionen für den privaten Kontext
    • Sozialen Interaktionen für den Work- und Organisations-Kontext
    • Einstellungen zum eigenen inneren Unterstützungssystem (Self-Support)
    • Einstellungen zum Support von außen

     

    Analysiert wird in der obigen Analyse nur der gezeigte ZDF-Ausschnitt. Dies kann und will deshalb nur ein partielles Bild wiedergeben, das durch den ZDF-Beitrag vermittelt wurde. Durch die fortgeführte Erweiterung können die einzelnen Analyseausschnitte zu einem Gesamtbild zusammengeführt werden.

     

    Einen eigenen Test mit dem Systemischen Hexagon® – also Ihre Persönliche System-Profil-Analyse – können Sie durch die anonyme Bewertung eines Fragebogens durchführen. Ihre persönlichen Daten sind verschlüsselt und sie brauchen lediglich Ihre Mailadresse angeben, um Ihre persönliche Auswertung erhalten zu können. Sie finden die Analyse als Fragetool unter:

    https://intaka.de/persoenliche-system-profilanalyse/

     

    Gerhard Gigler

    Akademieleiter
    INTAKA-Regensburg
    INTAKA-international
    INTAKA-Caribbean-Center, Cuba

    www.intaka.de

    19Sep2018

    Systemische Organisationsaufstellungen

    Die Kunst der anschlussfähigen Irritation


    Foto (c) pixabay

     

    Organisationen sind wie Pommesbuden, je länger du darin arbeitest, desto mehr nimmst du deren Geruch an!

     

    Ja, genau das zeichnet Organisationen aus und zielt treffend auf die Fülle der Wechselwirkung zwischen Person und Organisation ab. Das Zitat von David Armstrong „Organization in the mind“ nutzt unseren Geruchssinn, um die Intensität dieser Wechselwirkung zu umschreiben.

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    18Aug2018

    Faszination wingwave®-Coaching

    Foto (c) pixabay

     

     

     

     

     

     

     

    Warum wirkt wingwave®-Coaching so effektiv und schnell – wie im Schlaf?

    Es ist schon erstaunlich: der Coach winkt zu einem bestimmten Zeitpunkt des Coaching-Prozesses mehrmals schnell, nach einem bestimmten Muster, vor den Augen des Coachees und es lösen sich Stress, Ängste, Probleme, Blockaden, Spannungsfelder, Leistungssicherheit wird erzielt und Ziele können verwirklicht werden. Diese Art der bilateralen Stimulation fasziniert.

    Wie ein bisschen Magie wirkt das für außenstehende Beobachter und dennoch bewirkt wingwave® eine schnelle und effektive Veränderung, die den Weg zur eigenen Zielerreichung frei macht.

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    10Mai2018

    Professionelles Coaching als zweites berufliches Standbein

    Wohin bewegt sich der Coaching-Markt?

    Über den Coaching-Markt werden immer wieder Studien erstellt, die ein paar detaillierte Blicke auch den Markt werfen. Die ICF Global Coaching Study 2016 und die 4. Marburger Coaching-Studie 2016 sind nur zwei davon. Beide haben die weltweite beziehungsweise deutsche Coaching-Situation detailliert untersucht.

    Der Coachingmarkt in Deutschland ist laut der Zahl der Coaches der drittgrößte weltweit nach den USA und Großbritannien. Ca. 10 000 Coaches sind auf dem deutschen Markt tätig. Mehr als 50 % der Anbieter sind Einzelpersonen, die ihre Beratungsdienstleistung anbieten. Andere arbeiten in Beratungsfirmen oder Netzwerken zusammen. Im Durchschnitt hat jeder Coach 24 Coaching-Prozesse im Jahr mit ca. 11 Stunden pro Prozess. Ungefähr 10 % aller Coaches verdienen ihren Lebensunterhalt ausschließlich mit Coaching.

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    5Mai2018

    Die NSC-Zeitkanal Arbeit

    Sorry, ich habe keine Zeit

    Termindruck und Hetze sind bei mehr als der Hälfte der deutschen Arbeitnehmer/innen der Stressfaktor Nr. 1. Die Emotionen leiden darunter und erzeugen ungünstige Beliefs.

    Im Umgang mit der Zeit scheinen wir die meisten Probleme zu haben, trotz Zeitmanagement-Tools, die „Zeit sparen“ helfen sollen – dass Zeit wie Geld sein soll, zeigt hier schon der sprachliche Ausdruck. Dennoch: Sie können weder Zeit ansparen, noch Zeit gewinnen!

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