• INTAKA - Integrative Akademie für Bildung und Coaching
    4Jun2019

    Neuroplastizität – 7 Möglichkeiten Dein bestes Selbst zu werden

    Unser Gehirn – Struktur macht Persönlichkeit

    Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

    Unser Gehirn umfasst ein Universum von 20 Millionen Milliarden Gehirnzellen, mehr Zellen als die Milchstraße Sterne umfasst. Diese 20 Millionen Milliarden Zellen verbinden sich zu Netzwerken, die jedes Mal zusammen feuern, wenn wir eine bestimmte Erfahrung machen. Erst die Zusammenarbeit dieser unzähligen verschiedenen Verbindungen ermöglicht es uns, die Welt und uns selbst zu erfahren und dieses wunderbar komplexe Phänomen Mensch zu sein. Diese Strukturen, schließen sich wieder zusammen zu größeren und diese zu noch größeren Netzwerken. Kleinere Systeme interagieren miteinander und werden dadurch zu einem noch größeren System, das wir in seiner Ganzheit Persönlichkeit nennen. Unsere Persönlichkeit ist also sozusagen ein Metasystem bestehend aus vielen Subsystemen, welche aus noch kleineren Teilsystemen bestehen bis wir auf der untersten Ebene das Neuron als Einheit haben. Erst durch die Kommunikation zwischen den einzelnen Neuronen entsteht durch unglaubliche Komplexität deine Persönlichkeit. Struktur macht Persönlichkeit und Persönlichkeit macht Erfahrung.

    Die verschiedenen Netzwerke und Hirnareale übernehmen vielfältige Aufgaben beim Konstruieren von Welt. Wenn die unterschiedlichen Systeme oder Anteile in Harmonie miteinander zusammenarbeiten, fühlen wir uns gut, empfinden Sinn, werden kreativ und fühlen uns in gutem Kontakt mit uns selbst. Im Gegensatz dazu korrelieren Krankheiten wie Depressionen und Angststörungen immer auch mit Überaktivierungen in einzelnen Hirnarealen. Wenn die Harmonie, das Gleichgewicht, nicht mehr da ist, fühlen wir uns gestresst, ängstlich oder wertlos.

    Unser Gehirn ist also in der Lage, ein unglaublich breites Spektrum an persönlichen Erfahrungen zu produzieren. Von tiefen meditativen Erfahrungen, Momenten purer Freude, bis hin zu Wut, Trauer und Depression. Diese Erfahrungen passieren uns also nicht einfach nur, sondern sie werden alle aktiv von unserem Gehirn erschaffen.

     

    Neuroplastizität

    Gibt es also einen zuverlässigen Weg, unser Gehirn für bessere Erfahrungen zu trainieren?

    Bei Deiner Geburt ist in Deinem Gehirn fast jeder Teil mit jedem anderen Teil vernetzt. Eine unglaubliche Komplexität an neuronalen Verbindungen. Wir kommen also nicht als „leere Blätter“ auf die Welt, sondern vielmehr als ein nicht durchdringbarer Urwald an Erfahrungsmöglichkeiten und Potenzialen. Stell Dir das Wurzelnetz in einem Wald vor, das unter der Erde alle Bäume miteinander verbindet. In den ersten beiden Lebensjahren beginnt nun ein Prozess, der Dein Leben lang diese Verbindungen verändert. Alle Verbindungen, die sich als unwichtig herausstellen, werden gekappt. Und welche als unwichtig identifiziert werden, hängt ganz davon ab, ob sie von Deinem Gehirn zur Interaktion mit und zur Konstruktion von Welt benötigt werden. Use it or lose it ist ein Satz den Neurowissenschaftler gerne verwenden, um diesen Prozess ständigen Um- und Abbaus von nicht verwendeten Verbindungen zu beschreiben.

    Gleichzeitig werden jene Verbindungen, welche häufig verwendet werden, immer stärker und robuster. Hierbei spricht man von Bahnung. Es entstehen Trampelpfade in deinem Urwald, dann Schotterwege und schließlich immer komplexere Autobahnen, ICE-Strecken und Magnetbahnen. Es werden also immer mehr Informationen immer leichter und immer schneller durch die bevorzugten Bahnen gefeuert. Und diese Bahnen verbinden sich zu immer stabileren Netzwerken: Neurons that fire together wire together. Durch den Abbau von weniger vorteilhaften Verbindungen wird Dein Gehirn als Ganzes effizienter. Und je nachdem, welche Autobahnnetze sich im Laufe Deines Lebens als beste Überlebensstrategien etabliert haben, beeinflusst heute, jetzt gerade hier, als wen Du Dich erlebst. Man spricht hier auch von neuronalem Darwinismus. Stell dir eine Büffelherde vor. Die langsamen und schwachen Tiere werden als erstes gejagt und das führt dazu, dass die gesamte Herde schneller wird und so besser überleben kann. Das heißt Dein heutiges Ich ist das Ergebnis Deiner besten Überlebensstrategien. Neben der Steigerung der Informations-Verarbeitungseffizienz versucht Dein Gehirn auch immer Energie zu sparen. Denn Dein erwachsenes Gehirn, beansprucht 25 Prozent des gesamten Kalorienbedarfs, wobei es nur 2 Prozent Deines gesamten Körpergewichts ausmacht. Dein Baby-Urwald-Gehirn, macht dagegen 44 – 87 Prozent Deines gesamten Kalorienverbrauchs aus. Das Gehirn ist also ein richtiger Energiefresser und versucht im Laufe Deines Lebens immer effizienter zu werden. Energiesparen durch Komplexitätsreduktion.

    Erfahrungen, die wir machen, und Erfahrungen, die wir nicht machen, sprich alle unsere Interaktionen mit und Konstruktionen von Welt, beeinflussen also die Struktur unseres Gehirns. You never use the same brain twice! Neuere Forschungsergebnisse zeigen immer wieder, dass dieser Prozess uns nicht nur implizit passiert, sondern dass wir aktiv darauf Einfluss nehmen können. So wirkt sich zum Beispiel regelmäßiges Meditieren auf Struktur und Größe des präfrontalen Kortex aus, welcher eine wichtige Rolle bei der Regulation und Verarbeitung unserer Emotionen spielt.

    Diese Erkenntnis macht uns zu bewussten Mitgestaltern unserer Selbst. Struktur macht Persönlichkeit, Persönlichkeit macht Erfahrung und Erfahrung macht man selbst.

    Deine Persönlichkeit ist eine Mischung aus genetischen Vorbedingungen, die durch Dein Interagieren mit Welt, zu Deiner einmaligen Persönlichkeit im Hier und Jetzt geworden ist. Und in jedem Moment, liegt die Möglichkeit zu Veränderung. In jedem Jetzt liegt das Fundament von Morgen. Veränderung ist immer möglich, jederzeit.

     

    Aber wie? Das weißt Du nun schon:

    1. Neurons that fire together wire together.
    2. If you don´t use it, you lose it.
    3. You never use the same brain twice.

    Wir alle haben die Wahl, welchen Gedanken und Emotionen wir Aufmerksamkeit schenken und welche wir einfach an uns vorbeiziehen lassen. Wir alle haben die Wahl darüber, was wir heute mit wem machen. Und was wir nicht machen.

    Das was wir fühlen und was wir denken, hängt ganz stark davon ab, was wir glauben. Sind die Menschen böse? Sind die Menschen gut? In beiden Fällen wirst Du recht behalten, weil Deine Glaubenssätze das Fundament Deiner Gedanken und Deiner Wahrnehmung sind. Und wenn Du Gedanken Aufmerksamkeit schenkst, denkst Du sie dadurch öfter und intensiver und glaubst sie deswegen auch. Durch Deine täglichen Gewohnheiten und Rituale schreibst Du aktiv Deine Geschichte über Dich und Deine Welt.

     

    Bild von rawpixel auf Pixabay

     

    Aufmerksamkeit macht Wirklichkeit. Hier sind 7 praktische Übungen, die Du nutzen kannst, um Deine positiven Netze zu feuern.

    1. Das Prinzip des 4- fachen Glücks:
      Beginne ein Tagebuch, in dem Du täglich nach dem Aufstehen 4 Dinge aufschreibst, für die Du dankbar bist. Starte so in jeden Tag.
    2. Power Thoughts:
      Mach Dir schöne Gedanken über Dich. Sag Dir am Ende eines Tages 3 Dinge, die Du selbst gut gemacht hast.
    3. Mantras/Motto Ziele:
      Suche Dir ein Motto für diesen Tag, diese Woche, dieses Jahr oder Dein Leben. Sehr gut funktionieren auch Mantras für herausfordernde Situationen, z.B. „Ich bin selbstbewusst, offen und freundlich!“
    4. Visualisierungen
      Mach Dir schöne Bilder Deiner Zukunft, stell Dir jetzt schon vor, wie es sein wird, wenn Du erreicht hast, was Du erreichen möchtest. Ruf das Gefühl in Dir hoch und spüre es mit Deinem Körper. Mach Dir schöne Bilder, denn Deine Bilder beeinflussen Deine Emotionen, Deine Emotionen Dein Handeln und Dein Handeln Dein Schicksal.
    5. Fordere Deine eigenen negativen Glaubenssätze heraus
      Wenn Du Dich das nächste Mal dabei beobachtest, wie Du etwas Negatives denkst, frag diese Stimme: „Ist das so?“ und lächle.
    6. Begegne Deinen Mitmenschen mit aufrichtiger Neugier, nicht Verurteilung
      Frage Dich, welche Erfahrungen muss dieser Mensch gehabt haben, um so zu handeln, wie er es heute tut. Welches Bedürfnis versucht er oder sie damit zu befriedigen? Kann ich ihm oder ihr dabei helfen und gleichzeitig meine Grenzen wahren?
    7. Mache einmal pro Woche etwas, was Du noch nie getan hast
      Und sei es, an diesem Tag Tee statt Kaffee zu trinken.

     

    Und vergiss nicht, Wiederholung ist der Vater der Exzellenz. Persönlichkeitsentwicklung ist ein Prozess, der ein Leben lang dauert, fang am besten heute damit an.

    Weitere Skills für persönliche Entwicklung sowie gleichgesinnte Menschen lernst Du in unseren NLP Ausbildungen kennen.

     

    Johannes Mödl

    Erziehungswissenschaftler B.A.
    Karriere Coach (Cobece)
    Neurosystemischer® Coach
    WingWave® Coach
    Systemisch Integrativer Coach i.A.

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