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    Ein Aspekt neurosystemischer Führungskompetenz: Inneres und äußeres Leitbild im Flow

    von Christine Seufert

    „Flow“ wird seit vielen Jahren für das Phänomen genutzt, wenn Menschen im Fluss sind, in Bewegung, wenn Energie positiv fließen kann, wenn Menschen gut miteinander im Kontakt sind und kreativer Austausch möglich ist.

    Viele unterschiedliche Aspekte stecken in diesem Begriff „Flow“.

     

     

    Ich genieße es, im „Flow“ zu sein… unter anderem dann,

    •  wenn ich kreativ bin, Gedanken fließen, mir neue Ideen in den Blick kommen
    • wenn ich den Eindruck habe, dass ich mit meinen Stärken, mit meinen Fähigkeiten und Ressourcen Herausforderungen mit Spaß und positiver Energie angehen kann,
    • wenn mir klar ist, dass meine Arbeit sinnvoll ist und ich meine Werte leben kann.

    Auch wir bei INTAKA benutzen den Begriff „Flow“ in der Arbeit mit dem Systemischen Hexagon®, das von Gerhard Gigler entwickelt wurde.

    „Flow“ bezeichnet dabei den ressourcereichen, energievollen Austausch zwischen den unterschiedlichen Systemfeldern Sinnsystem Private, Sinnsystem Work, Soziales System Private und Soziales System Work. Die Grafik stellt dies im Überblick kurz dar:

     

    Im Flow zu sein“ macht die Arbeit leichter, die Ergebnisse besser, professionalisiert, steigert die Motivation und die Bereitschaft zu lernen und sich sowie die Organisation weiter zu entwickeln. Wenn ich im Flow bin, fühle ich mich zugehörig, handlungsaktiv, einbezogen und am richtigen Platz. So ist ein Aspekt neurosystemischer Führungskompetenz, die Situationen in den Blick zu nehmen, in denen die Führungskraft selbst und deren Mitarbeiter/innen „Flow“ erleben.

    Ein Beispiel: Frau Dr. M. ist mit Leib und Seele Medizinerin. Anderen Menschen zu helfen, hat sie schon als Jugendliche begeistert und motiviert. Ihr persönliches Engagement gilt der Schmerztherapie. In diesem Bereich ist sie in ihrer Klinik führend und innovativ. Ihr ganz persönlicher Antrieb ist es, dass Patienten, die sie betreut, so wenig Schmerzen wie möglich haben und dabei so fit wie möglich sind. Dazu bildet sie sich kontinuierlich weiter und verfeinert ihr Können in diesem Bereich. Mehr und mehr wird sie von der Klinikleitung im Bereich der Schmerztherapie und Palliativmedizin eingesetzt, ihre Weiterbildung wird gefördert. Im Coaching wird ihr ihre persönliche Motivation und der starke Antrieb bewusst. Sie setzt sich mit diesem prägenden Erlebnis auseinander und kann den inneren Auftrag, der daraus entsteht so integrieren, dass sie ihre Motivation selbstbestimmt leben kann: Als Kind verletzte sie sich so heftig, dass sie in der Klinik genäht werden musste. Die Ärzte damals behandelten die Kleine ohne Narkose. Dieses schmerzhafte Erlebnis war für sie prägend. Ihr innerer Auftrag und ihr inneres Leitbild: „Bei mir soll niemand unnötig Schmerzen haben!“ motiviert sie jeden Tag neu, um sich in diesem speziellen Gebiet weiter zu professionalisieren und sich immer wieder individuell auf die Patientinnen und Patienten einzustellen.

    Frau Dr. M. ist die richtige Frau am richtigen Platz: Ihr inneres Leitbild, ihre Motivation, ihre Überzeugungen und Werte passen zu ihren Aufgaben und den täglichen Herausforderungen. Sie kann sich immer wieder neu dafür begeistern, individuell auf ihre Patient/innen einzugehen und mit Feingefühl und Scharfsinn das hilfreichste Behandlungskonzept zu entwickeln. Sicherlich gibt es weitere Aspekte, die in das innere Leitbild von Frau Dr. M. gehören. Das prägende Erlebnis für diese Flow-Erfahrung liegt jedoch in ihrer Kindheit.

    Flow können Menschen in ihrer Arbeit dann erleben, wenn das innere Leitbild zu den Aufgaben und den Werten der Organisation passt.

    Impulse, die dabei unterstützen, das innere Leitbild klarer zu sehen, finden wir im NLP in den Neurologischen Ebenen:

    UmweltOrte, an denen ich arbeite,

    Menschen mit denen ich arbeite,

    Ausstattung des Arbeitsplatzes

    VerhaltenAufgaben

    Zuständigkeiten

    Herausforderungen

    FähigkeitenFähigkeiten, die ich nutze, Stärken, Ressourcen

    Entwicklungsbedarf

    Beliefs / GlaubenssätzeWas denke ich über mich und meine Arbeit?

    Was denke ich über meine speziellen Fähigkeiten?

    Was denke ich über mein Team?

    Was denke ich über mich in meiner Organisation?

    WerteWas ist mir wichtig in meiner Arbeit?

    Was will ich erreichen? Was will ich verhindern?

    Was motiviert mich?

    Rolle / IdentitätWelche Rollen fülle ich in meiner Arbeit aus?

    Wie umschreibe ich meine Funktion?

    Wer bin ich in meiner Arbeit?

    Mission / ZugehörigkeitWas nehme ich als inneren Auftrag meiner Arbeit wahr?

    Welchen Menschen, welchen Gedanken und Meinungen fühle ich mich verbunden?

    SpiritualitätIn welchen großen Sinnzusammenhang passt meine Arbeit? Was bedeutet mir meine Arbeit für mein Leben?
    Symbol / MetapherWenn ich auf all das schaue… welches Bild, Symbol, welche Überschrift entsteht zu meiner Arbeit?

     

    Inneres und äußeres Leitbild miteinander abgleichen und damit wahrnehmen können, wie und wodurch Menschen in ihrem beruflichen Alltag in den Flow kommen ist neurosystemische Führungsaufgabe. In Coaching und Supervision können Sie Ihren Flow zum Fließen und Klingen bringen.

    Christine Seufert ist INTAKA-Akademiekoordinatorin und arbeitet als NLP-Lehrtrainerin, Supervisorin und Lehrcoach in Ausbildungen, Inhouse-Seminaren und für einzelne und Teams.

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