• INTAKA - Integrative Akademie für Bildung und Coaching
    2Jan2019

    Kleinigkeiten der Sprache aus dem NLP

    Sag nicht „aber“, „eigentlich“, „kein Problem“ – und sonstige Vorsätze zum neuen Jahr!

     

    NLP ist sehr viel mehr, als nur eine Methode die Sprache vorteilhaft und förderlich zu gebrauchen, das ist es jedoch auch. Deshalb hier vier kleine Anmerkungen zum Jahresstart:

     

    1.) Klar kannst du „aber“ sagen!

    Immer wieder hört man es: „Du sollst kein aber sagen!“, „Tausche dein aber gegen ein und!“, „Vermeide das Wort aber in deinem Wortschatz“, aber – und ups ist es mir rausgerutscht, so ein Mist – aber doch: „Sag >aber< und steh dazu!“.

    Also das heißt, klar kannst du „aber“ sagen! „Aber“ ist ein wichtiges Wort, belasse es in deinem Wortschatz und „abere“ den Kritikern was vor.

    Natürlich ist es eher problematisch z.B. als Vorgesetzte/r zu sagen: „Ich finde Sie machen das echt gut, aber ich bin gerade mit Ihrer Leistung nicht zufrieden!“.

    Das „aber“ blendet nämlich die Worte vor dem „aber“ aus – das ist das Problem!

    Anders klingt: „irgendwie hab ich gerade echt Probleme mit unserer Kommunikation, aber ich glaube das es gut wird, wenn wir gemeinsam wollen!“. Auch hier wirkt das „aber“ ausblendend und die Betonung liegt auf der positiven zweiten Seite nach dem „aber“. Bewahr Dir also dein „aber“ und benutze es hilfreich!

     

    2.) Sag „eigentlich“!

    Ich kann’s „eigentlich“ schon gar nicht mehr hören, wenn Pseudo-Coaches nach jedem Satz, in dem das Wort „eigentlich“ vorkommt, sehr schnell fragen: und „uneigentlich“?

    Nein! „Eigentlich“ ist ein wichtiges Wort. „Eigentlich“ meint „wesentlich“, „essentiell“!

    Also: wer eigentlich sagt, meint: „In Wahrheit zu Grunde liegend“, „wirklich“, „im Kern“!

    „Ich will eigentlich…“ heißt also: „Im Kern weiß ich was ich will“. Punkt. Nun gibt es möglicherweise noch Dinge die sich um den Kern gelegt haben und zu berücksichtigen sind. Das bedeutet also, wer „eigentlich“ sagt, weiß zum einen genau was er im Kern will – ist das nicht klasse? – und zum anderen weiß er auch, dass da noch was zu berücksichtigen ist. Wie wunderbar! Es ist eine ausdifferenzierte Aussage, also schauen wir uns nun noch an, was sich um den Kern gelegt hat. Genauso, toll ausdifferenziert!

     

    3.) „Kein Problem!“ ist eine Negativaussage!

    Richtig! Und ist es nicht sinnig alles positiv auszudrücken? Auch richtig! Ähm…, fast!

    Sag weiterhin „kein Problem“, du holst nämlich den anderen da ab, wo er steht. Beispielsweise hat mich heute im Fitnessstudio jemand gebeten kurz auf sein Handy aufzupassen. Er kam zurück und hat sich bedankt und sagte mir, dass so viel gestohlen wird und er froh ist, dass ich aufgepasst habe. Und nun? „Kein Problem!“. Ja, könnte man sagen, denn man holt den anderen ab, wo er steht (pacing). Er hat die Problembrille auf und die ist sooft so wichtig. Pace ihn (gleiche dich ihm an) und sag „kein Problem!“ und hol ihn da ab, wo er steht. Und nun ergänze: „Kein Problem! Sehr gerne!“ oder „hab ich gerne gemacht“ oder „das habe ich sehr gerne für DICH gemacht“. Du holst ihn da ab, wo er steht und führst ihn einen Schritt weiter (leading) , nimmst ihn mit – in einen positiven Beziehungsraum.

    Allerdings Vorsicht! Manchen lieben Mitmenschen könnte es zurecht zu viel sein zu hören „das habe ich gern für DICH gemacht“. Sachorientierten Menschen, Menschen, die gerade nicht so viel Nähe brauchen, die gerade in ihrer Rolle und nicht als Person angesprochen werden wollen, mögen das „für DICH“ vielleicht nicht so gern, denen reicht: „Kein Problem. Gerne doch!“. Punkt. Bewahr´ Dir also die Negativaussage „kein Problem“ und ergänze sie mit dem positiven Beziehungsangebot.

    „Kein Problem“ ganz wegzulassen, holt nicht ab und irritiert zudem, weil das Gewohnte fehlt – also ergänze es!

     

    4.) Keine Vorsätze mehr zum neuen Jahr?

    Noch ein Tipp?

    Nimm Dir Vorsätze, lasse sie nicht weg – allen Unkenrufen zu Trotz!

    Jedoch nur nicht nach der üblichen Tour: „mehr Sport“, „gesünder Essen“(nach dem Motto: „Ich hab gleich zu Beginn des Jahres alles Ungesunde vernichtet und es war sooo lecker 😋!“), „mehr Zeit für…“ etc. !

    Nein, so nicht. Klar so nicht, weil zu verallgemeinernd, oft nicht positiv formuliert, meist nicht zu konkret, manchmal das System, in dem man lebt nicht mit einbezogen. All das wissen wir längst. Dennoch, es gibt noch einen Grund:

    Mach es anders! Fang mit dir und deiner Verbindlichkeit dir gegenüber an:

    Nimm dir 10 Tage vor, alle Termine einzuhalten, die du mit dir selber vereinbarst! Halte alle Termine mit dir selber pünktlich ein, lass nix dazwischen kommen, verschieb sie nicht! Egal, was du in deinen Kalender schreibst, wenn da steht 16.00 Uhr Fitness, dann halt es pünktlich ein. Das dient deiner Psychohygiene und du wirst zunehmend zuverlässiger, der Person gegenüber, die die wichtigste für dich ist: DU!

     

    Weiterhin einen guten Start für 2019!

     

    Gerhard Gigler
    Akademieleiter, INTAKA

     

    Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Ihren Besuch stimmen Sie dem zu.

    Login to your Account