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    Die NSC-Zeitkanal Arbeit

    Sorry, ich habe keine Zeit

    Termindruck und Hetze sind bei mehr als der Hälfte der deutschen Arbeitnehmer/innen der Stressfaktor Nr. 1. Die Emotionen leiden darunter und erzeugen ungünstige Beliefs.

    Im Umgang mit der Zeit scheinen wir die meisten Probleme zu haben, trotz Zeitmanagement-Tools, die „Zeit sparen“ helfen sollen – dass Zeit wie Geld sein soll, zeigt hier schon der sprachliche Ausdruck. Dennoch: Sie können weder Zeit ansparen, noch Zeit gewinnen!

    „In Time – Deine Zeit läuft ab“ ist einer meiner Lieblingsfilme aus dem Jahr 2011, ein Sciene-Fiction-Thriller mit Justin Timberlake und Amanda Seyfried. Man bezahlt mit Lebenszeit, wenn man sich etwas kauft und bekommt seinen Lohn als Lebenszeit ausbezahlt. Unter der Hautoberfläche im Arm wird die noch bestehende Lebenszeit angezeigt und läuft unaufhörlich. Der Film zeigt zudem auf geniale und spannende Weise wie 2 Personen aufeinander treffen, die ein absolut unterschiedliches Zeitverständnis gewohnt sind. Der spontane, in der Gegenwart lebende Will Salas (Justin Timberlake) und die aus reichem Hause stammende Sylvia Weis (Amanda Seyfried), die als Zeit-Millionärstochter auf jeden Schritt achtet, damit ihr nichts passiert und keinerlei Abenteuer eingeht. Will hingegen ist es gewohnt, immer wieder knapp vor dem Ende seiner Lebenszeit zu stehen und genießt das Leben, so gut er kann. Beide vereinen sich und es endet natürlich: in einer Liebesgeschichte.

    Eine wunderbare Story der Vereinigung zweier Timeline-Typen und vorbildlich für unseren Umgang mit der Zeit bei der Zielerrechung, bei Projektarbeiten, in der Zusammenführung unterschiedlicher Arbeitsstile.

     

    Das „Berliner-Flughafen-Syndrom“

    Bei jedem Wunsch ein Ziel zu erreichen ist u.a. die Beachtung der Zeitkomponente und der Umgang mit dem Thema Zeit bedeutsam. Schwierigkeiten tauchen auf, wenn das Zeitthema „aus dem Blick oder aus den Fugen“ gerät. Dies ist so, wenn es um das Ziel einer einzelnen Person geht, genauso jedoch, wenn es um die Ziele von Teams, Gruppen oder Organisationen geht. Der richtige Umgang mit dem Thema Zeit zeigt sich am Erfolg oder Misserfolg bei Projektplanung und Strategiearbeit ebenso, wie bei eigenen Wünschen und Visionen. Der Berliner Flughafen mag ein berühmtes Beispiel dafür sein.

    „Bleiben die unterschiedlichen Zeitvorstellungen unberücksichtigt, scheitern Projekte“

    Trotz genauer Planung nach üblichen Vorstellungen aus dem Projektmanagement scheitern Projekte oftmals daran, dass die unterschiedlichen Vorstellungen unserer Timelines und Zeitkanäle nicht berücksichtigt werden.

     

    Reine Red-Ocean-Vorstellungen scheitern

    Fehlende Nachhaltigkeit lässt sich dort feststellen, wo nur ein Zeittyp im Vordergrund stand. Die Red-Ocean-Erfolgsstrategien setzten einen Bedingungsrahmen, der auf lineare Vorstellungen basiert. Dies lässt uns glauben, Ziele könnten fixierbar sein und in Teilschritten erreichbar werden. Zeit wird dabei behandelt, wie eine begrenzte Ressource – oftmals so, als wäre sie von uns kontrolliert einteilbar. Das mag zum Teil stimmen, dennoch: Zeitknappheit, Zeitmanagement, Zeitsparmaßnahmen bewirken dabei einen Wettlauf um die Zeit, ein Konkurrenzdenken, das den Machtkampf im Red-Ocean-Haifischbecken zur konsequenten Folge hat. Dieser Machtkampf spiegelt sich zunehmend im Inneren Team jedes Beteiligten. Dies wiederrum verstärkt dieses Denken im Außen zunehmend. Ein wesentlicher Nachteil: Der dabei erlebte begrenzte Rahmen verhindert Kreativität und das Arbeiten mit dem Freiraum der vielfältigen Möglichkeiten, die im Fließen der Zeit während des Prozesses erst entstehen können, wenn anders gedacht wird.

    Zeit ist ein nachwachsender Rohstoff, keine begrenzte Ressource. Wird er wie eine begrenzte Ressource erlebt, entstehen I-Beliefs, die für einen lebendigen Zielerreichungsprozess tödlich sind und Druck im System erzeugen.

    „Zeit ist keine begrenzte Ressource, sondern ein nachwachsender Rohstoff“

    Natürlich ist es notwendig sich Zeit einzuteilen, Ziele runter zu brechen etc., allerdings muss eine weitere Vorstellung Beachtung finden, denn eine einseitig lineare Denkweise ist „absolutely antiquated“!

    Werden diese Iter- (SySt) und Through-Time-Vorstellungen (NLP) einseitig bevorzugt, entstehen lediglich Red-Ocean-Prozesse.

    Iter- und Through-Time-Vorstellungen

    Beide Ideen, die einerseits aus dem Bereich der Systemischen Strukturaufstellungen (Iter) nach Matthias Varga von Kibed und Insa Sparrer kommen und andererseits seit langer Zeit aus dem NLP (Through-Time) bekannt sind, scheinen ähnlich.

    Zeit wird als planbar erlebt, Vergangenheit und Zukunft bleibt im Blick, die Person kann auf das Ziel zugehen und Teilschritte einteilen und versucht so die Zielerreichung zu gewährleisten. Der Mensch bewegt sich auf das Ziel zu, das eher statisch erlebt wird. Zeit unterliegt der Kontrolle des Betrachters. Zeit kann gespart werden. Im Film mit Justin Timberlake hat der Vater von Sylvia Weis einen riesigen Tresorraum mit Zeitbarren, die jederzeit auf die Lebenszeit unterm Arm aufgespielt werden können.

    Wird diese Vorstellung von Zeit einseitig benutzt, erzeugt dies I-Beliefs, die Zeitdruck produzieren. Dieses Zeitsystem fußt auf dem linearen Denken, das uns glauben lässt, Zeit vergeht und ist begrenzt. Gewaltige Nachteile lassen die Vorteile dieser Idee langfristig verblassen. Zeit wirft keine Zinsen ab und man bezahlt auch keine.

    Wird Zeit jedoch wie ein nachwachsender Rohstoff erlebt, entstehen förderliche I-Beliefs.

     

    Die Sache mit den I-Beliefs

    I-Beliefs sind Überzeugungen, die auf der Identitätsebene wirksam werden. Im Zusammenhang mit der erlebten Qualität von Zeit, nach dem obigen Muster, sind I-Beliefs zu hören wie: „Das schaffen wir bis zu diesem Datum nicht mehr“, „Wir hinken hinterher“, „Unsere Mitbewerber sind uns zeitlich meilenweit voraus“ usw.!

    Entstehen diese oder ähnliche I-Beliefs wird der, im System entstehende Druck, kurz- oder langfristig eher hinderlichen Druckausgleich einfordern – auch Bankenblasen platzen irgendwann. Die I-Beliefs sind das eigentliche Problem und sie sind von der eigenen Haltung der Akteure abhängig.

    „Das eigentliche Problem sind die I-Beliefs und die eigene Haltung ist dabei entscheidend“

    Die üblichen Vorgehensweisen, in denen wir uns in Teilschritten aktiv auf das Ziel zubewegen sind hilfreich, geraten dann aber aus der Spur, wenn oben benannte I-Beliefs Druck erzeugen – dies ist bei einseitiger Bevorzugung dieses Zeitkanals der Fall. Der erforderliche Druckausgleich wird auf der Beziehungsebene Konflikte erzeugen und die gemeinsame Teamarbeit sprengen oder zumindest gefährden, Arbeitsweisen werden ineffizient.

    Die Folgen dieser Denkweise erleben wir Weltweit im verheerenden Defizit von Nachhaltigkeit mit all seinen schrecklichen Auswirkungen. Über 100 Millionen Tonnen Kunststoff haben sich in unseren Weltmeeren angesammelt und bringen einen Pottwal mit 30 kg Plastik im Bauch zum Stranden. Dies ist nur ein Beispiel von einer frustrierenden Menge an Beispielmöglichkeiten.

     

    Flux- und In-Time-Vorstellungen

    Eine weitere Zeitvorstellung ist die Flux- (SySt) oder In-Time- (NLP) Vorstellung. Ob wir das NLP-Modell von „In-Time“ und „Through-Time“ wählen oder die SySt-Denkweise von „Iter“ und „Flux“ ist unerheblich. Es geht in jedem Fall darum Zeit AUCH als eine Größe zu erleben, die uns umfließt, in der wir wie in einem assoziiert Fluss stehen. Diese Denkweise durchbricht das rein lineare Denken und ist systemischer, da Zeit auch auf mich zugehen kann, in Bewegung erscheint, Möglichkeiten entstehen, in der Gegenwart, Zukunft und Vergangenheit sich vereinen. Das heißt, dass wir nicht nur aktiv auf das Ziel zugehen können, sondern dieses sich auf uns zubewegt bzw. uns schon umfließt. Das Ziel erscheint nicht als etwas Totes, das wir erst realisieren müssen, sondern als etwas Lebendiges, das uns bereits umgibt. Das ist der große Unterschied.

    „Ziele liegen nicht in der Zukunft, sondern leben schon jetzt“

    Statt I-Beliefs von Druck entstehen I-Beliefs von Freiraum, wenn auch diese Zeitqualität mitbedacht wird. Statt nur das PRO-AKTIVE ZUGEHEN auf den „Zielkontext der Zukunft“ im Blick zu haben, verbindet sich das Ziel bereits mit dem „Jetztkontext“ und wird belebend erlebt. Wir lassen die Möglichkeiten auf uns zukommen. Dabei ist dies keine passive oder re-aktive Haltung im Gegensatz zur pro-aktiven, sondern wir bezeichnen dies als KREAKTIVE HALTUNG. Eine kreaktive Haltung nimmt das ständig neu entstehende während des Prozesses wahr und bezieht dies kreativ mit ein. Wir stehen in der Zeit, die uns umfließt.

    „Pro-aktives Zugehen auf´s Ziel verbindet sich mit einer
    kreaktiven Haltung“

    Ein kreaktiver Umgang mit der Zeit ist weniger linear, sondern vielmehr systemischer, eher eine Haltung, denn ein Verhalten.

     

    Die NSC-Blue-Ocean-Strategie vernetzt Zeitkanalmodi

    Die Verbindung von „Through-Time“ mit „In-Time“ oder des „Iter-Zeitkanals“ mit dem  „Flux-Zeitkanal“ bzw. der gelingende Wechsel zwischen beidem, entscheidet über Erfolg oder Misserfolg. Ein Ziel muss also nicht erst durch konkrete Schritte belebt werden, sondern wird gleichzeitig auch als lebendige Entität erfasst.

    „Die INTAKA-Blue-Ocean-Strategie
    ist eine polytolerante Haltung“

    Erst diese polytolerante Haltung, die beide Zeitverständnisse integriert, erzeugt förderliche Systembedingungen, die auch die 70 % großen Marktanteile des Blue-Oceans, außerhalb des 30 % großen Red-Ocean-Haifischbeckens, nutzt.

     

    Und wie sieht das konkret in der Teamarbeit aus?

    In der konkreten Zusammenarbeit gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Die übliche Vorstellung der Zielfestlegung in der Zukunft und das darauf Zugehen in geplanten Teilschritten etc. wird jedenfalls abgelöst. So werden Ziel-Projekte totgeritten, da sie den kreaktiven „Flux-“ oder „In-Time-“ Strom unberücksichtigt lassen.

    Allen Möglichkeiten der Verbindung beider Zeitkanalmodi liegt die „Römische-Brunnen-Planung“ zugrunde. Es wird zwar die übliche lineare Denkweise angelegt, aber immer wieder unterbrochen durch die Becken der Verlebendigung des Ziels. Reflexionsphasen, die mehr sind als pure Reflexion. Es sind Phasen der Kreativität, die sich „nichts scheren“ um das eigentliche Ziel. Dieses kann nach diesen Kreativitätsphasen wieder in den Blick kommen. Hierfür gibt es unterschiedliche Varianten und Methoden, die ein solches Vorgehen unterstützen.

    Sinn macht jedoch zu Beginn eine Zeitkanal-Integration, die die Verbindung beider Zeitvorstellungen ermöglicht!

     NSC-Übung: „NSC Zeitkanal-Integration“

    1. Ziel wohlgeformt beschreiben
    2. Wahl des Hintergrundes im Sinne der NSC®-Vorgehensweise
    3. Aufstellung der Zielvorstellung auf der Pushboard
    4. Iter / Through-Time-Prozess

    4.1  Richtung von Vergangenheit und Zukunft festlegen

    4.2  Zielentfernung festlegen mit Pushboard

    4.3  Auf das Ziel in langsamen Schritten zugehen und entstehende Imagination wahrnehmen (mit Trancesprachmuster begleiten)

    4.4  Imagination verankern

    1. Flux / In-Time-Prozess

    5.1  Sich in der Zeit positionieren auf Ort der Gegenwart

    5.2  Zielposition festlegen mit Pushboard

    5.3  Ziel mit Pushboard auf sich zukommen lassen und entstehende Imagination wahrnehmen (mit Trancesprachmuster begleiten)

    5.4  Imagination verankern

    1. Beide Anker gleichzeitig auslösen und verbinden
    2. Integration

    7.1  bei positiv-erlebter Integration: im Körper verankern – VAKOG

    7.2  bei negativ-erlebter Irritation: mit Verhandlungsreframing weiterarbeiten oder Sinn der Irritation verfolgen

    1. Kontextualisierung vorheriger Vorstellungen auf der Timeline
    2. Compliments

     

    „Zeit vergeht nicht nur,
    sie entsteht in jedem Moment neu“

     

    Gerhard Gigle
    Akademieleiter, INTAKA

    Bildnachweis: pixabay

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