• 0170 / 4637006
  • info@intaka.de

    Body, Heart & Soul Jam

    Die Beziehungsoffensive für Singles und Beziehungsmenschen

    Sie: „Irgendwie fehlt so n bisschen der Schwung in unserer Beziehung. Versteh es bitte nicht falsch, ich liebe dich, aber irgendwie ist alles doch ganz schön eingefahren. Wir sollten einfach mal wieder was Neues ausprobieren“.

    Er sagt nichts, reagiert etwas gereizt und überlegt, was dahinterstecken könnte, was ihr schon wieder nicht passt oder vielleicht sogar wer ihr da „wieder mal diesen Floh ins Ohr gesetzt“ hat – vielleicht durch diese neue Psycho-Ausbildung?

    Die Mütter von beiden: „Ihr solltet einfach mehr miteinander reden und Verständnis für die Situation des anderen haben, dann wird das schon wieder. Geht aufeinander zu und seid empathisch, ihr habt doch so eine tolle Familie, es passt doch alles…“.

    Reden ist Silber, Schweigen ist Gold
    Aufeinander zugehen, sich verstehen, mehr miteinander kommunizieren, alles gemeinsam besprechen und sich mitnand ausreden, Verständnis und Empathie für den anderen entwickeln, das sind so üblicherweise die Tipps. Und natürlich ist das vielleicht schon mal die halbe Miete, aber eben maximal die halbe. Denn zu einer echten dialogischen Beziehung gehört Distanz, Getrennt sein, bei sich und mit sich allein sein, zu wissen, dass der andere eben ein anderer ist, immer wieder auch ein Fremder ist und eben ein eigenständiges Ich. Je mehr ungelöste Abhängigkeitsmuster von früher noch lauern, desto unbequemer ist einem die Eigenständigkeit und die Autonomie des anderen. Schon, dass „sie“ plötzlich alleine ausgeht, kann Angst machen. Wenn die Selbstbestätigung des einen Partners wächst, kann die Person, die eher in emotionalen Abhängigkeiten hängt, Angst bekommen. Der braucht mich nicht mehr so, ist nicht mehr so angewiesen auf meine Bestätigung, also auf die Bestätigung von außen, die sogenannte Fremdbestätigung. Selbstbestätigte Intimität leben zu können und sich trotzdem in Verbundenheit zu fühlen, ist Reifeziel. Das Verharren in der fremdbestätigten Intimität ist die ungünstige Alternative mit Abhängigkeitshintergrund.

     

    Die differenzierungsbasierte Beziehungs- und Sexualtherapie löst den „nur bindungsorientierten Fokus“ ab
    Wenn es Streit gibt, geht es vielen darum sich so lange auseinanderzusetzen, bis man recht bekommt. Oder zumindest „bis man sich wieder eins ist“. Wieso eigentlich? Wieso müssen wir uns „eins werden“? Die differenzierungsbasierte Richtung arbeitet mehr dahin, dass man es spannend finden kann, dass der andere anders ist, dass die andere es anders sieht, dass beide unterschiedlich sind und es auch sein dürfen. Mit dem Konzept der Differenzierung geht einher, dass beide unterschiedliche Bedürfnisse haben und leben dürfen und wie man die eigene Identität wahrt, und gleichzeitig in Beziehung bleibt und sich verbunden fühlt. Wir sitzen eben beide nicht in einem Boot, sondern in zwei unterschiedlichen Booten und können uns immer wieder „im anderen“ besuchen. David Schnarch ist der wohl bekanntester Vertreter in der Paar- und Sexualtherapie, der immer wieder klar fokussiert, dass nur dann die sexuelle und erotische Energie in einer Paarbeziehung lebendig bleibt, wenn der Mut zur individuellen Ausdifferenzierung auf der inneren Bühne eine Steuerfunktion erhält. Ist dies nicht der Fall, bleibt nur noch das „sich arrangieren“, um den kleinsten gemeinsamen Nenner herum. Beziehung kann dann zwar gut „funktionieren“, vielleicht sogar sehr gut und in der Komfortzone das Leben auf sehr eingespielte Art und Weise angenehm machen, jedoch ist der Preis manchmal hoch: der Verlust an Individualität, das Leben der eigenen Ganzheit, sexuelle Unlust und Langeweile sind manchmal ein paar Münzen, die man dafür bezahlt und davon gibt es noch andere.

     

    Das „Ich“ rächt sich am „Wir“
    Und ganz oft ist es eben genau so, dass der eine Partner sehr stark an das „Wir“ denkt und vom Wir spricht, das Wir leben und genießen will. Der ständige Nähe-Fokus kann dann bis zur Verschmelzungssehnsucht in einer engen Spirale münden, die dem anderen den freien Atemfluss raubt. Dem anderen kann dies eben viel zu viel werden oder er kann dieses Wir-Verhalten sogar als Kontrolle oder als widerlich und abstoßend oder als viel zu enges Korsett erleben. Berührung kann dann sogar als äußerst unangenehm erlebt werden, jedes wohlgemeinte Gespräch als Überzeugungsversuch, grenzüberschreitend und unerträglich. Reden ist dann nicht mal mehr Silber, sondern kann eher richtig wertlos und kontraproduktiv erscheinen.

    Dort wo zu viel „Wir“ betont wird, wird das „Ich“ rebellieren. Es wird seinen Freiraum wollen und dafür einiges tun – meist unter der Teppichoberfläche. Bei langjährigen Beziehungen rächt sich das Ich am Wir oftmals durch sexuelle Unlust oder sonstigen sogenannten „Funktionsstörungen“. Mittlerweile weiß die neuere Paar- und Sexualtherapie, dass sexuelle Unlust weniger die Folgen des Alterns ist, sondern eher ein Symptom von „Komfortübersättigung“, „Verschmelzungs-überbetonung“ oder sozusagen von „Abenteuermangel“. Abenteuer holen sich manche dann woanders und da prickelt es plötzlich wieder – logisch eigentlich. So sind bei den sogenannten (sexuellen) Funktionsstörungen also weniger die Funktionen gestört, sondern genau diese Symptome haben eine wichtige Funktion und weisen auf zentrale Schräglagen hin, die es in Krisenzeiten zu entdecken gilt. Diese Chance der Weiterentwicklung wird oftmals nicht wahrgenommen, sondern „endet in nicht enden wollenden“ Diskussionen um „richtig“ und „falsch“. Je mehr Traumahintergrund desto mehr Übererregung und Gereiztheit oder auch „Downgefühl“ – und manchmal hat man beide Erregungsausschläge im Wechsel.

     

    Gold glänzt an den Bruchstellen des Misslingens oder „Partnerkrisen sind evolutionär gewollt“
    Dabei sind Beziehungskrisen nach David Schnarch sogar evolutionär gewollt, denn an diesen Stellen kann Weiterentwicklung geschehen. An der Grenzlinie von Nähe und Distanz erleben wir unsere Individualität, können diese reifen lassen und den Beziehungsraum erweitern und neu aus- und einrichten.

     

    Beispiel „emotionales Patt“:
    Yvonne möchte mit Stefan zusammen einen Ausflug machen und am liebsten mit den Fahrrädern: „Wir könnten uns doch mal ein Tandem kaufen. Das wäre doch schön?“. Stefan verdreht dabei die Augen und ist genervt. Er möchte lieber zuhause bleiben und entspannen: „Du wieder. Man muss doch nicht immer alles miteinander unternehmen. Ich möchte lieber meine Ruhe auf der Couch“. Yvonne fühlt sich ungeliebt. Auch den Partnerlook hat Stefan abgelehnt, obwohl sie doch beide so süß aussehen, in den gleichen Fahrrad-Shirts. „Er steht einfach nicht wirklich ganz zu mir. Irgendwas stößt ihn ab“, denkt Yvonne. Und Stefan will einfach seine Ruhe haben und fühlt sich gegängelt und unter Druck gesetzt. Man muss doch nicht ständig zusammenhängen: „Ich fühle mich echt unter Druck gesetzt, auch in der Freizeit noch was leisten zu müssen und ständig gemeinsam was zu unternehmen“.

    Beide sind frustriert, beide beharren auf ihrer Position. Die Gefühle sind festgefahren. Zwischen „sich nicht geliebt fühlen“ und „sich unter Druck gesetzt fühlen“ verharren beide in ihren Positionen – emotional stecken sie fest. Das ganze Erleben wird pauschalisiert und findet sich in vielen Situationen und Nuancen wieder. Möglicherweise fixieren sich die Vorwürfe: „Du bist immer so…“, „Du wieder…“, sind beliebte Formulierungen.

    Solche emotionalen Patts können zur Trennung führen.

    Manchmal kommt da grad ein neuer interessanter Mann, der das „Wir-Bedürfnis“ von Yvonne wieder neu anspricht oder eine spannende Frau, die sich sehr autonom fühlt und Stefan sein „Ich-Bedürfnis“ ausleben lässt.

    Manchmal rächt sich auch innerhalb der Beziehung der „Ich-betonte“ Part durch „Wir-Entzug“ im Bett und entwickelt „sexuelle Unlust“. Manchmal werden dann sogar „blaue Pillen“ eingesetzt, und so das Eigentliche noch mehr verschleiert.

    Im Kern beinhaltet diese sogenannte Funktionsstörung vielleicht den Hinweis, dass im Beziehungsmuster dieses emotionale Patt etwas lösen sollte.

    Und das ist der Sinn dieser Krise und die Chance zur Weiterentwicklung.

    Denn möglicherweise gibt es genau diese Pole schon lange, vielleicht seit Kindheit:
    Ein Anteil, der sich schnell ungeliebt fühlt und viel Nähe braucht, und ein Anteil, der sich leicht unter Druck gesetzt fühlt und was leisten soll und deshalb die Distanz aufsucht. Und vielleicht haben beide sich genau wegen dieser Polarität gefunden und haben die Chance diese aufzulösen.

    Nähe-Distanz-Übungen sind im Body, Heart & Soul Jam der Kern. Paare können genauso wie Singles emotional Festgefahrenes neu lockern, erleben sich dabei neu und auch das Gegenüber. So kann erlebt werden, welcher kostbare Schatz in solchen festgefahrenen Situationen steckt. Autonomieorientiertes Distanzerleben kann ebenso neu positiv erlebt werden, wie auch ein wir-nährendes Nähegefühl.

     

     

    Body, Heart & Soul Jam
    In diesem Event geht es eben genau um diese Grenzlinie: zwischen Ich und Wir, zwischen Nähe und Distanz, zwischen Komfort und Abenteuer in einer Beziehung, zwischen Funktionsstörung und Funktion der Störung. Beziehungsdynamik kann erlebt werden für Singles und für Paare, Beziehungspartner*innen und all denen, die Interesse haben sich Auszudifferenzieren. Und Beziehungsdynamik muss immer traumasensibel sein, denn „small-t-traumata“ begleiten unsere Beziehungserfahrung.

    Fünf Präsenzabende in einer geschlossenen Gruppe folgen bei dem Seminar „Body, Heart & Soul Jam“ auf offenen Kennenlernabenden. Denn genau diese 3 spielen in der Beziehungsdynamik die Hauptrolle: Body, Heart & Soul.

    Wenn du dich informieren willst, kontaktiere mich direkt unter 0170 / 463 700 6 oder:
    https://intaka.de/events/body-heart-soul-jam-die-beziehungsoffensive-fuer-singles-und-beziehungsmenschen/

     

    Quellen

    • David Schnarch: „Die Psychologie sexueller Leidenschaft“
    • David Schnarch: „Intimität und Verlangen“
    • Ulrich Clement: „Systemische Sexualtherapie“
    • Ulrich Clement: „Dynamik des Begehrens“
    • Ulrich Clement: „Guter Sex trotz Liebe“
    • Martin Buber: „Das dialogische Prinzip“
    • Martin Buber: „Urdistanz und Beziehung“
    • Serge Ginger: „Gestalttherapie – eine Einführung“

    Login to your Account